Eva Schörner

M.Sc. Geophysik

    • 2007
    • Abitur
    • 2007-2008
    • Work-and-Travel-Aufenthalt in Australien
    • 2008-2001
    • Bachelorstudium Geophysik und Geoinformatik an der TU Bergakademie Freiberg
    • 2009-2010
    • Integriertes Auslandsstudium an der Curtin University in Perth, Australien.
    • 2001-2012
    • Praktikum und Berufserfahrung bei der Firma DMT
    • ab 2012
    • Masterstudium Geophysik an der TU Bergakademie Freiberg

Interview

Was schätzen Sie an der Verbindung Geoinformatik-Geophysik?

Heutzutage gibt es viele technische Möglichkeiten, umfangreiche Daten aus der Natur zu erfassen und am Computer zu bearbeiten. Ich finde es spannend komplexe naturwissenschaftliche Problemstellungen durch Simulation an Modellen zu lösen. Der Geophysiker kann die Erde und ihre Strukturen im Erdinneren mit verschiedensten Messmethoden erkunden, z.B. zur Rohstoffexploration oder Energiegewinnung. Um geophysikalische Prozesse mit Hilfe von Modellen anschaulich zu machen (z.B. Erdbeben/Vulkanismus), ist eine enge Verknüpfung von Geoinformatik und Geophysik nötig. Beim Studium der Geoinformatik erlernt man viele Arbeitsweisen, die man als Modellierer in der Geophysik braucht.

Welche Erfahrungen haben Sie während Ihrem Auslandsstudium in Australien gemacht?

Nachdem ich während meines Work-and-Travel-Aufenthalts in Australien dieses Land kennengelernt habe, entschied ich mich dazu, mein 2. Studienjahr in Perth zu verbringen. An der Curtin University in Perth gab es ein hervorragendes Angebot, Geophysik zu studieren. Meinen Stundenplan habe ich mir aus den Bereichen der Mathematik, Physik, Informatik und Geologie zusamengestellt und hatte so die Möglichkeit, Wissen aus den verschiedensten Fachbereichen zu gewinnen. Während meines Auslandsstudiums hatte ich die Chance, bei einem Geländepraktikum die Natur und Geologie West-Australiens noch besser kennenzulernen. Außerdem konnte ich meine Englischkenntnisse verbessern. Von der TU Freiberg habe ich bei der eigenständigen Organisation meines Auslandsstudiums viel Unterstützung bekommen. Die Kurse an der Curtin University habe ich so ausgewählt, dass sie mir in Freiberg angerechnet werden konnten.

Fachliches

Arbeit für die DMT

Nach meinem Bachelorabschluss wollte ich zunächst ein paar Berufserfahrungen sammeln, bevor es mit dem Masterstudium Geophysik weitergehen sollte: Ich begann mit einem Praktikum bei der Firma DMT, die unter anderem seismische Messungen in Deutschland und Europa durchführt. Dabei geht es um die Erkundung des Untergrundes mit Hilfe von Schallwellen, die von sogenannten „Vibratoren“ (Rüttel-LKWs, siehe Bild) in den Boden gesendet werden, dort reflektiert und an der Erdoberfläche wieder von Geophonen (Erd-Mikrophonen) aufgezeichnet werden. Diese Art von Messungen wird gemacht, um Störungszonen und Schichtgrenzen in großen Tiefen zu finden, die z.B. auf Erdgas- oder Erdöllagerstätten oder geeignete Standorte für die Nutzung von Geothermie (Erdwärme) hindeuten.

Meine Arbeit als Geophysikerin bestand darin, die Daten, die täglich im Feld gemessen wurden, zu kontrollieren und weiterzuverarbeiten. Dabei visualisiert man die Daten mit verschiedenen Softwares und überprüft ihre Qualität. Nach mehreren Bearbeitungsschritten konnte man schließlich Abbilder des Untergrunds erstellen. Weiterhin habe ich die Organisation und den Ablauf der Messprojekte kennengelernt. Die Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht, vor allem, weil ich dabei viele verschiedene Menschen getroffen habe und viel herumgekommen bin. In den 11 Monaten, in denen ich bei der DMT gearbeitet habe, war ich in Spanien, Belgien, Österreich und Deutschland, und hatte die Möglichkeit, viel Neues zu sehen und zu lernen.