Evelyn Bennewitz

Diplom-Geoinformatikerin

    • 2001
    • Diplomstudium Geoinformatik an der TU Bergakademie Freiberg

Interview

Wie sind Sie zum Studium der Geoinformatik und Geophysik gekommen? Welche besonderen Erfahrungen haben Sie während des Studiums gemacht?

Geoinformatik ist 2001 ein ganz neuer Studiengang gewesen, der sogar in der Freien Presse als Innovation mit großen Zukunftsaussichten angepriesen wurde. Dem Zeitungsartikel folgend informierte ich mich am Tag der Offenen Tür der TU Bergakademie Freiberg über diese Kombination zweier Studiengänge Geowissenschaften und Informatik. In einem Gespräch über die Anforderungen des Studiums lernte ich in angenehmer Atmosphäre Prof. Schaeben, den Gründer des Studiengangs, persönlich kennen. Zuerst war es noch ein Diplom-Studiengang mit stark theoretischer Ausrichtung für einen Einblick in viele Fachbereiche. Als einer von vier Studenten lernte ich zusammen mit Geologen, Geophysikern, Hydrogeologen, Chemikern, Mathematikern und Informatikern. Gemeinsam saßen wir in den Vorlesungen und Seminaren zu Grundlagen der Geowissenschaften, Lagerstättenkunde, Geomechanik, Geomodellierung, Satellitengeodäsie, Anorganische Chemie, Thermodynamik, Struktur- und Datenanalyse, Parallelcomputing und vieles mehr.

Das Studium all dieser sehr interessanten Fächer war sehr zeitintensiv. Daher war es nur möglich an einigen wenigen Praktika und Exkursionen wie die Exkursion ins Thüringer Becken, geophysikalischen und hydrogeologischen Messungen oder einem Untertagepraktikum in der Reichen Zeche teilzunehmen. Unsere Erfahrungen im Studium konnten wir als Mitglieder des Komitees zur Umstellung des Studienganges zum Bachelor/Master einbringen, so dass die Studenten heute mehr Zeit zum Selbststudium und für Praktika und Exkursionen haben. Letztendlich soll ein Geoinformatiker in Abhängigkeit von seiner Vertiefungsrichtung in der Lage sein, autark Geoinformationssysteme zur Auswertung, Modell- und Prognose-Rechnung sowie deren Interpretation zu nutzen, zu erweitern und neu zu entwickeln. Ich habe mein Studium in der Vertiefungsrichtung Numerische Modellierung fester und fluider Medien mit dem Diplom/Master abgeschlossen und arbeite jetzt als Software-Entwickler bei Beak Consultants GmbH.

Fachliches

Beak Consultants GmbH ist ein erfolgreiches, mittelständiges Unternehmen, das weltweit auf den Gebieten Geowissenschaften, Geodäsie und Informatik tätig ist. In der Software-Entwicklung geht es vorzugsweise um die Planung, Entwicklung und Betreuung von  datenbankbasierten Anwendungsprogrammen, Geoinformationssystemen und Internetportalen für unsere Auftraggeber wie Landesämter und Geologische Dienste im In- und Ausland. Es gibt reine Planungsprojekte wie das Afrikanisch-Europäischen Geo-Observationssystem (AEGOS). In der Regel schließt sich an die Planung oder Konzeption die Umsetzung und Entwicklung zum Beispiel von Fachinformationssystemen wie FIS Pflanzenschutzkontrolle und FIS Hydrogeologie an. Vor einer Neuentwicklung von Programmen wird die Anpassungsfähigkeit und Erweiterbarkeit verfügbarer Software getestet. Für die grafische Darstellung von Geodaten konnte ich in einigen Projekten Geoinformationssysteme wie ArcGIS erweitern. 

Neben der auftragsgebundenen Projektentwicklung gibt es auch marktreife Firmenprodukte wie die auf künstlicher Intelligenz basierende Prognose-Software advangeo®, die für weitere Projekte zur quantitativen und qualitativen Berechnung und Darstellung von Naturkatastrophen, Standorten von Lagerstätten, Schädlingsbefall und vielem mehr auch firmenintern zum Einsatz kommt. Die Qualität des Projektergebnisses wird durch einen fachkompetenten Qualitätsbeauftragten sichergestellt. 

Mehr Informationen über uns und unsere Arbeit finden sich auf den Webseiten www.beak.de und www.advangeo.com, die übrigens beide von mir auf der Grundlage von Drupal entwickelt wurden.

Komponenten der Geosoftware "Advangeo"
Wirkungsweise eines neuronalen Netzes