Holger Schütz

Diplom-Geophysiker

    • 2003
    • Diplomstudium Geophysik an der TU Bergakademie Freiberg

Interview

Ich habe mein Studium 2003 am Institut für Geophysik begonnen. Mich hatte besonders die Kombination Geo und Physik zu dieser Wahl bewogen, da mich beides sehr interessiert. Während des Studiums wurden dann die Grundlagen in den Bereichen gelegt. Gegen Ende des Studiums zum Diplom-Geophysiker stand die Wahl eines Diplomthemas an. Ich entschied mich zuerst für das Thema „Auswertung von marinen Seismik-Daten mit der Software GLOBE Claritas“. An diesem Thema habe ich ein dreiviertel Jahr gearbeitet. Nach dem Weggang des damaligen Professors für Seismik, welcher auch mein Betreuer für die Diplomarbeit war, musste ich mich neu orientieren. Dann wurde mir von Professor Wagner vom Intitut für Bohrtechnik und Fluidbergbau ein interessantes Diplom-Thema im Bereich der alternativen Energieform Geothermie angeboten. Dabei berechnete ich mögliche Temperaturverteilungen bis 5km Tiefe für die sächsische Elbezone (siehe Abbildung).

Grundlage dafür waren geologische 3-D Modelle, welche vom sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie erstellt worden. Diese Modelle mussten vereinfacht und verbessert werden, um sie mit numerischen Methoden berechnen zu können. Hierbei waren meine während des Studiums erworbenen Kenntnisse am damaligen Institut für Geoinformatik sehr hilfreich. Die Ergebnisse meiner Diplomarbeit könnten für ein zukünftiges Tiefengeothermie-Projekt dienen, um Strom aus 5km Tiefe zu erzeugen.

Geologisches Modell und Temperaturverteilung im Erdinneren nach https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/15145

Fachliches

Nach Abschluss meiner Diplomarbeit wurde ich am Institut für Geotechnik, Lehrstuhl für Fels,- und Gebirgsmechanik an der TU Bergakademie Freiberg, als wissenschaftlicher Mitarbeiter angestellt. Im Moment arbeite ich im Rahmen eines Verbundprojektes vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, am Thema „Mikroseismische Aktivität geothermischer Systeme“. Zielstellung des Projektes ist es geothermische Anlagen noch sicherer zu machen. 

Dabei habe ich wieder mit 3D-Modellen zu tun welche Grundlage für numerische felsmechanische Simulationen sind. Des weiteren sind komplexe seismologische Auswertungen und Interpretationen Bestandteil des Projekts. Wie es nach Ende des Projektes weiter geht weiß ich noch nicht, da dies eine befristete Anstellung ist. Ich hoffe aber, das ich auf dem Gebiet der Geothermie weiter arbeiten kann, da es ein sehr interessantes Thema ist.