Simon Preuss

B.Sc. Geoinformatik und Geophysik

    • 2007
    • Abitur
    • 10/2008 - 07/2010
    • Beginn Studium Bachelor in Geophysik und Geoinformatik an der TU Bergakademie Freiberg
    • 09/2010 - 07/2011
    • Auslandsstudium in Valencia, Spanien. 2 Auslandssemester mit Schwerpunkt auf Fernerkundung, Geologie und spanischer Sprache
    • 10/2011 - 07/2012
    • Fortsetzung des Studiums in Freiberg
    • 08/2012 - 10/2012
    • 3 Monate Forschungspraktikum des DAAD in Santiago de Cali, Kolumbien, Universidad Valle del Cauca. Mitarbeit im städtebaulichen Projektteam zur Fragestellung: “Anwendbarkeit eines Ökostadtteils in der Industriestadt Yumbo, Kolumbien?, ArcGis-Arbeiten (als Geoinformatiker Erstellung von Risikokarten für einen Stadtteil der Stadt).
    • 11/2012 - 02/2013
    • Entwicklungspolitisches Praktikum in San Andrés Islas, Kolumbien. Praktikum zur Stärkung des Umweltbewusstseins der Bevölkerung auf der Insel San Andrés, ausgeschrieben durch das ASA-Programm, gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
    • 09/2013
    • Beendigung des Bachelors BGIP

Interview

Sie studieren an der TUBAF, wie kam es dazu?

Nach dem  Abi und einem Jahr Praktikum in einem Büro als technischer Zeichner war mir klar, dass mich viele verschiedene Gebiete wie Physik, Mathematik, Geographie und zum Beispiel auch Musik interessieren. Mir war aber auch klar, dass mich die Wahl eines Einzelnen dieser Gebiete nicht glücklich machen würde, also suchte ich nach Studiengängen die mir eine breite Spanne anbieten würden. In Freiberg bin ich mit Geoinformatik und Geophysik auf eine absolut interessante und spezielle Kombination gestoßen, die ich vorher ehrlich gesagt nicht einmal kannte. Kurzentschlossen habe ich mich eingeschrieben, ich habe es nicht bereut.

Was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an der Möglichkeit während des Studiums Erfahrungen im Ausland zu sammeln?

Für mich war es eine geniale Erfahrung in eine fremde Kultur einzutauchen, nebenher eine unbekannte Sprache sprechen und verstehen zu lernen und außerdem noch Sachen zu erfahren, die mein weiteres Leben prägen werden und nicht immer unbedingt 100% mit meinem Studium zu tun haben müssen.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit an der TUBAF?

Kurze Wege auf dem Campus und in der Stadt, hervorragende Kontakte zu Professoren und Mitarbeitern, enge Freundschaften, kurz: eine tolle und lehrreiche Zeit.

Was möchten Sie jungen Menschen, die vorhaben zu studieren, mit auf den Weg geben?

Es ist wichtig zielstrebig und durchhaltend zu studieren und sich trotzdem Freiräume zu schaffen.

Fachliches

Anfertigen von Hochwasserrisikokarten

Hochwasserrisikokarten helfen, besonders gefährdete Gebiete zu erkennen und gezielte Schutzmaßnahmen einzuleiten. Bevor eine Hochwasserrisikokarte erstellt werden kann, müssen sehr vielfältige Daten erhoben werden:

  • Zufluss- und Abflussmenge, Flussquerschnitt

  • Größe des Überflutungsgebietes, Wassertiefen und Bodenbedeckung im Überflutungsgebiet

  • Hochwassereintrittswahrscheinlichkeit

  • Lage von Bauwerken wie Wehren, Brücken, Dämmen

  • Anwesenheit von schützenswerten Objekten wie Industrieanlagen oder Kulturgütern

  • Wohnbebauung und Einwohnerdichte

 

Diese unterschiedlichen Daten müssen so miteinander kombiniert werden, dass man das Hochwasserrisiko erkennen kann. Dazu organisiert man die Daten in einem Geographischen Informationssystem. Das System umfasst die Datenhaltung in einer Datenbank, die Abfrage der Datenbank nach verschiedenen Kriterien, wie z.B. Hochwassergefährdung und Abstand vom Gewässer, und die Darstellung der Daten in digitalen Karten. Wichtig ist, dass die Daten so in der Datenbank gespeichert werden, dass man mit ihnen rechnen kann. Dadurch können verschiedene Merkmale wie Eintrittswahrscheinlichkeit und Anwesenheit 

von Kulturgütern durch Addition oder Multiplikation miteinander verschnitten werden, so dass Bereiche aufgezeigt werden, in denen mehrere ungünstige Faktoren gemeinsam auftreten. Diese Bereiche werden farbkodiert in einer digitalen Karte dargestellt, so dass man besonders gefährdete Objekte schnell erkennen kann. 

Entwicklungsarbeit der Geoinformatiker

Aufgabe der Geoinformatiker ist es dabei, Datenmodelle für eine sinnvolle logische Organisation der Daten zu entwerfen, die Daten so zu strukturieren, dass sie in einer Datenbank gespeichert und abgefragt werden können, und so zu formatieren, dass Daten unterschiedlicher Datentypen miteinander verglichen und verrechnet werden können. Außerdem entwickeln die Geoinformatiker Tools, die komplizierte Berechnungen ausführen können und erstellen grafische Nutzeroberflächen, die dem User ein komfortables Arbeiten mit diesen Tools ermöglichen.

Hochwasser in einer Stadt verursacht zahlreiche Bauschäden
Hochwasserrisikokarten zeigen das Überschwemmungsgebiet eines Flusses